#6 - 27.08.2013:Ein Kampf Götter gegen Titanen

Als ich auf meinem Pferd die Straße nach Osten hinunterblickte und daran denke was Schreckliches geschehen ist, wird es nebenan im Wagen lauter. Sie zeigten hinter mir irgendwo in den Himmel aber auch seitlich in ein Stück Wald. Der Schatten am Himmel wurde sehr bald deutlicher und wir sahen einen Schwarzen Drachen vor uns, der aber in einigen abstand verweilte. Nicht jedoch der Reiter aus dem Waldstück der auf einem Schwarzen Ross mit bläulich flammenden Hufen daher geritten kam. Der Anblick ließ einen, einen Schauer durch das Mark fahren. Der Reiter schien diese Kreatur wie besessen an zu treiben, es war ein massiger Mann der in eine schwarze Plattenrüstung gekleidet war, die nicht weniger imposant als sein Reittier erschien. Unsere Kutsche war nicht langsam wurde aber sehr schnell eingeholt und wir entscheiden uns anzuhalten und uns ihm zu stellen. Der Drache war nun so nahe das wir auch einen Reiter auf ihm erkennen konnten.

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#4 - 13.08.2013: Belagert!

Von wegen Illusion - die Käfer vollenden ihr Werk und der Ork stirbt, obwohl er um sein Leben winselt.

In der Stadt werden Gerüchte laut, ein echter Prinz der Menschen sei angekommen: Prinz Valrik. Ich bin nicht überrascht, in ihm den Krieger wiederzuerkennen, der schon in dem kleinen Ort mit Malinoff gekämpft hat und selbst volltrunken seine Gegner niederstreckte. Er fordert uns auf, ihm zu sagen, was wir über den Feind herausbekommen haben, um zu entscheiden, was zu tun sei ... ein echter Prinz eben ... doch seine Entscheidung überrascht mich. 

Er tritt vor die Tore der Stadt und fordert Grischnakh, den Kommandanten der gegnerischen Armee, zu einem Zweikampf auf Leben und Tod heraus, um der Stadt und deren Einwohnern Zeit zu verschaffen. Beeindruckend, ich bin nur nicht sicher, ob es beeindruckend tapfer oder beeindruckend dumm ist ... was bedeutet Orks schon das Konzept der Ehre, verstehen sie es überhaupt? Die Horde der Orks teilt sich vor ihm und in diese Lücke tritt ein gewaltiger Oger, mit zwei Köpfen, über drei Schritt groß, mit einem Plattenpanzer, Schwert und Schild gerüstet. Valrik kämpft wie ein Kriegsgott der alten Tage, ein ums andere Mal drischt er mit seinem mächtigen Kriegshammer auf den Schädel des Ungetüms. Seine Hiebe sollten tödlich sein, doch irgendeine finstere Magie schützt Grischnakh und so hinterlässt Valriks Waffe nur Scharten im Helm seines Gegners.

Malinoff steht neben mir und schaut genauso gebannt diesem Kampf zu. "Diese Bestie benutzt Elfenmagie, um sich zu schützen", flüstert er mir zu und macht zugleich ein paar Gesten mit seiner Hand. Ich kann nur vermuten, dass er mit seiner Magie den Prinzen im Kampf unterstützt, um die Chancen wieder auszugleichen. Die Feuer- und Eiszauber scheinen an Valrik ebenfalls abzuprallen und der Kampf wogt wild hin und her, bis ein letzter Hieb des Hammers auf Grischnakh niedergeht und den Feind zur Flucht zwingt. Er kann entkommen, doch hat dies seine Position der Stärke unter seinen Männern geschwächt und der Plan des Prinzen könnte aufgehen, so die Zeit erkauft zu haben, die seine Truppen aus dem Hinterland brauchen würden, um zur Verteidigung der Stadt zu eilen.

Eine weiterer Tag neigt sich dem Ende zu und eine weitere Nacht bricht an, wieviele Nächte werden wir noch haben, bevor die Belagerung zuende geht? Ich begebe mich wieder auf meine einsame Wacht, während die Menschen um mich herum ruhen. Plötzlich beginnt ein rhythmischer Gesang, der aus dem Wald schallt, aus der Richtung der Orks, ein seltsam monotones Stakkato rauher Stimmen. Ich suche Tjuv und finde ihn im Gasthaus, er sitzt mit unseren Gefährten zusammen und unterhält sich mit einem Mann, den ich vom Ausfall mit Angus erkenne, kämpfte er doch Seite an Seite mit mir. Es ist nicht schwer, den kleinen Tjuv zu einem Ausflug in einen nächtlichen Wald voller Orks zu überreden, dass jedoch der Einheimische uns begleitet, da er die Wälder um die Stadt herum kennt, erstaunt mich. 

Wir schleichen durch die Reihen der Orks, die immer dichter werden, je näher wir dem Ursprung des Gesangs kommen. Dann sehen wir Grischnakh. Der geschlagene Oger steht nackt vor einem schwarzen Feuer und wirkt ein finsteres Ritual. Das tote Land breitet sich aus und der schwarze Nebel steigt wieder auf. Wir eilen zur Stadt zurück, um die Menschen zu warnen, sind aber zu langsam. Als wir ankommen, hat die Schwärze die Stadt bereits umschlossen und verzehrt alles Licht. An den Palisaden der Stadt scheint sie aufgehalten zu werden und ich treffe Malinoff, der mir bestätigt, dass er einen Schutzkreis gewirkt hat, der die Menschen der Stadt vor der dunklen Magie des toten Landes schützt. Selbst ihm war es aber nicht möglich, einen Durchgang offen zu halten und wir sind abgeschnitten - auf uns allein gestellt, umringt von einer Armee mordlüsterner Orks. Dann endet der Gesang abrupt und ein gellender gequälter Schrei zerreißt die Nacht, bevor Stille einkehrt. Der Feind dringt vor und der Schlag vieler Waffen auf Schilden hallt dumpf durch die Dunkelheit.

Ich entschließe mich, ein weiteres Mal zum Ort des Rituals zu schleichen, in der Hoffnung, den dunklen Zauber dort zu brechen. Als wir den Schutz der Stadt verlassen werden wir Opfer des schwarzen Zaubers, der den Ort umgibt und sind in unseren Ängsten gefangen. Ein dunkler Elf taucht in diesem Albtraum auf und bietet uns Freiheit, wenn wir ihm im Leben dienen oder Sklaverei, wenn wir ihm im Tode dienen - ihm dienen, würden wir so oder so. Dann erscheint Malinoff neben dem Elfen und beginnt zu lachen. Mir scheint, ich bin ein Zuschauer in meinem eigenen Albtraum, während der rote Magier so den Zauber bricht, der uns gefangen hält. Endlich kommen wir am Ort des Rituals an und finden dort das geschwärzte Skelett Grischnakhs, das vor einem See aus schwarzem Schlick steht - er hat den Zauber mit seiner eigenen Lebenskraft gespeist. Ich versiegel das Schlammloch mit meiner Magie und lasse das Skelett zu Staub zerfallen - manchmal ist mein elfisches Erbe eben doch nützlich.

Wir kehren ein weiteres Mal in die Stadt zurück, ausgelaugt und erschöpft, als ein markerschütterndes Brüllen den Himmel zerreißt und etwas Großes vor der Stadt zu landen scheint. Ist der schwarze Elf nun persönlich erschienen, um diese Farce zu beenden? 

Zurück in der Stadt erwartet uns tatsächlich das Licht des neuen Tages. Trotz unseres gefährlichen Ausfluges konnten wir den Zauber nicht brechen, doch Malinoff kann erneut seine Kraft demonstrieren, indem er mit einen machtvollen Ritual den Nebel aufreißt und so den Menschen der Stadt durch das Licht der Sonne Hoffnung gibt an diesem dunklen Tag.

 

#3 - 06.08.2013: Auf der Flucht!

Wir ruhen uns aus. Während der Magier und unser Priester in einen tiefen Schlaf fallen, halten Tjuv und ich Wache. Vielmehr versuche ich wachsam zu sein, obwohl der kleine Tjuv mir Löcher in den Bauch fragt. Er habe noch nie einen Elfen gesehen und überhaupt, ob ich denn schonmal ein Einhorn gesehen hätte, er würde ja so gerne mal eines sehen ... unfassbar: die Welt geht unter und er redet über Einhörner. Vielleicht ist das die einzig richtige Art, das Leben zu leben, unbelastet von Problemen und nur den eigenen Weg im Auge - ein wenige beginne ich, ihn um diese Fähigkeit zu beneiden. Bevor wir diesen Ort verlassen, begeben wir uns nochmals zum Rand des Dorfes, um nach Überlebenden zu suchen. Wir sehen nur eine Ödnis, nichts hat den Angriff überlebt und das Land selbst beginnt zu sterben, der eigentliche Fluch des Toten Landes! Tjuv und ich fühlen mehr, als das wir wissen, dass uns jemand oder etwas beobachtet, ein ungutes Gefühl.

Die Armee ist weiter gezogen und wir beschließen, ihr zu folgen und die Menschen zu warnen. Unser Weg führt uns tief in den Wald und es zieht ein Nebel auf, so dass wir es nur meinem unbeirrbaren Sinnen zu danken haben, nicht vom Pfad ab zu kommen. Malinoff warnt uns, dass dieser Nebel magisch sei und Tjuv findet mehrere tödliche Fallen auf unserem Weg. Irgendjemand scheint uns zu folgen und ich werde dieses beklemmende Gefühl nicht los, sehenden Auges in eine Falle zu laufen. Wir gelangen an ein großes Haus und Tjuv hat bereits die Tür in dieses Haus geöffnet, bevor wir uns umsehen konnten und ist im Inneren des Gebäudes verschwunden. Nach wenigen Minuten kommt er wieder hinaus und berichtet von wirren Geschichten, die auf Wandteppichen gezeigt wurden. Es geht um Drachen, rote, schwarze, silberne und weiße Drachen, mit Reitern darauf - eine Schlacht mit vielen Toten und der Erde, die sich öffnet und alles verschlingt. Ein Zweikampf zwischen einer Frau mit einem Hydrakopf auf einem schwarzen Drachen und einem schwer gerüsteten Reiter auf einem silbernen Drachen. Eine wirklich wirre Geschichte, die der Kleine da erzählt und seine Augen leuchten. Er scheint diese Reise wirklich zu genießen.

Wir setzen unseren Weg fort und der Nebel verdichtet sich und wird schwarz, als ob er uns bei diesem Haus festhalten und uns zur Umkehr zwingen will. Wir scheinen den Wald zu verlassen und selbst meine Sinne werden benebelt, denn ich befinde mich in einer Stadt und eine Panik beginnt, mich zu befallen, wie sie nur so eine große Stadt auslösen kann. Ich versuche, mich zu beruhigen und zu konzentrieren, kann diesen Zauber, der auf meinem Geist liegt, jedoch nicht überwinden. Als sich meine Sicht wieder klärt, steht Malinoff vor mir, seine Hand auf meiner Stirn, sein sorgenvoller Blick auf meine Augen gerichtet - er scheint wirklich ein machtvoller Verbündeter zu sein. Wir beschleunigen unsere Schritte und nach einer Wegstunde kommen wir an die Grenze des Toten Landes, vor uns liegt eine befestigte Stadt und wir sehen in der Entfernung die Armee der Orks, die sich auf einen Angriff vorbereitet. Nach einem kurzen Gespräch, lässt Malinoff sich vom Wert dieser Stadt überzeugen und wir begeben uns auf deren Palisade zu, um den Menschen hier zu helfen. Während Tjuv und ich uns vorsichtig anschleichen, nimmt Malinoff es nicht so ernst mit der Heimlichkeit und erhebt sich, vom Wind getragen, in die Luft, um so zu den Zinnen des Befestigungswalls zu schweben. Wir kommen später dorthin und sehen unseren Gefährten bereits in ein Gespräch mit einem großen Mann vertieft, dessen Rüstung, so alt sie auch sein mag, prachtvoll genug ist, um ihn als Anführer dieser Stadt zu erkennen. Er stellt sich als Angus vor und ist dankbar für unsere Hilfe, scheint die Gefahr der Armee jedoch zu unterschätzen und überschätzt die Wehrhaftigkeit seiner Holzpalisaden. Als ich auf die Belagerungswaffen deute, schlagen bereits die ersten Steine im östlichen Teil der Palisade ein und wir eilen dorthin. Der Gwirrin scheint fort, eben noch stand er neben mir auf dem Wall. Es ist keine Zeit, nach ihm zu suchen und ich kann nur hoffen, dass er sicher ist.

Als wir dort ankommen, ist die Palisade bereits zerstört und 90 Orks stürmen auf die Bresche in der Verteidigung der Stadt zu. Angus springt vom Wall und stellt sich mit seinen Männern den anstürmenden Orks entgegen und ich entschließe mich, in diesem Kampf an seiner Seite zu stehen. Er scheint sich zu verändern: seine Haare werden rot und ihm scheinen Hörner zu wachsen, während seine Rüstung schwarz wird. Welche Magie auch immer hier am Werke ist, sie reicht aus, um die Orks zurückzudrängen und während ich mich seinem wilden Sturmangriff anschließe spüre ich wieder, wie sich meine Haut verhärtet. Es ist beruhigend zu wissen, dass Malinoff sich ebenfalls dem Kampf angeschlossen hat und uns mit seiner machtvollen Magie unterstützt. Die Schlacht wogt wild und als sich der Schleier aus Blut senkt, liegen 200 Orks tot zu unseren Füßen. Allein Angus und ich konnten durch diesen wilden Angriff mit nur 40 Mann den Gegner zu Flucht drängen und haben nur 15 Kämpfer verloren. Als ich den Blick in die Ferne schweifen lasse sehe ich dort die Belagerungsmaschinen brennen und zusammenfallen - dies ist sicher das Werk von Malinoff.

Wir kehren in die Stadt zurück und Angus verändert sich wieder zu dem Mann, der er ist, bevor er in seinem Haus verschwindet. Malinoff und ich begeben uns zum Gasthaus, wo wir Essen, Trinken, Unterkunft und ein gutes Bad bekommen. Wer hätte das gedacht - auch Tjuv finden wir hier, der sich mit zwei Frauen die Zeit der Schlacht vertrieben hat, es ist wirklich unfassbar ... beim Essen ist Malinoff ungewohnt gesprächig, der Wein scheint seine Zunge zu lösen und er erzählt, dass es früher Rüstungen gab, wie die von Angus. Geschaffen durch mächtige Magie, um die Grenzen der Reiche zu schützen. Sie seien im Besitz der Herrscherfamilien und würden über die Generationen weitervererbt. Ihre Macht fordere jedoch einen Preis, da sie von der Lebensenergie des Trägers genährt würde.

Am nächsten Tag treffen wir wieder auf Angus, um uns mit ihm zu beraten. Seine Augen sind rot, wie in der gestrigen Schlacht und er bestätigt Malinoffs Geschichte: die Rüstung sei ein Erbstück und dies sei der Preis, den sie gestern eingefordert habe. Er hört sich unsere Erzählung an und willigt in meinen Plan ein, einen der Unterführer der Orks zu überwältigen und nach den Zielen und dem Anführer der Armee zu befragen, könne uns jedoch keine Männer dafür mitgeben, da er alle zur Verteidigung seiner Stadt brauche. 

Wir verlassen also die Stadt und spüren einen kleinen Kommando- und Spähtrupp der Orks auf, denen ich einen Hinterhalt legen kann. Malinoff schleudert ihnen den Schlafstaub des Kobolds entgegen und es ist für Tjuv und mich ein Leichtes, sie im Schlaf abzustechen. Die Befragung des Führers dieses kleines Trupps gestaltet sich einfach, nachdem Malinoff eine Illusion erzeugt und er glaubt, von Käfern gefressen zu werden, erfahren wir, dass diese Armee nach der Schriftrolle in unserem Besitz sucht und von einem Ork namens Grischnakh angeführt wird, der jedoch seine Befehle von einem Elfen erhält, der auf einem Pferd mit brennenden Hufen sitzt.

Ich stelle Malinoff zur Rede und fordere Antworten zu der Schriftrolle. Er gibt zu, von seinem Orden geschickt worden zu sein, um nach diesem Gegenstand zu suchen, sagt aber, nicht zu wissen, worum es dabei im Detail gehe. Er habe jedoch nicht vor, die Rolle zurückzugeben, sondern wolle sie vielmehr selbst behalten und herausfinden, welchem Zweck sie diene. Dieser Mann hat große Ziele und große Macht - besitzt er auch die Weisheit und das Verantwortungsbewusstsein, diese Macht nicht zu missbrauchen. Ich werde ihn sorgfältig beobachten müssen!

 

#1 & 2 - 24.07. & 30.07.2013: Wandelnde Tote!

Derfel beobachtete sorgfältig das Treiben im Dorf der Menschen. Seit Jahrhunderten durchstreifte er nun schon die Wildnis, immer auf der Hut und immer noch getrieben vom Gedanken an Rache: Rache am Toten Land und seinen verderbten Kreaturen, die die Erde selbst durch ihre bloße Präsenz sterben ließen und in eine trostlose Einöde verwandelten. Er war vorsichtig und misstrauisch - nur so hatte er die Jahrhunderte überleben können als Bastard und Wanderer. Die Menschen des Dorfes schienen sich auf ein Fest vorzubereiten. Der Dorfplatz war mit Girlanden und bunten Lampen geschmückt, es herrschte ein reges Treiben auf den Straßen und die Einwohner dieser kleinen Ortschaft schienen sorglos. Am Rande des Ortes, etwas Abseits, war sogar ein großes Zelt aufgestellt. Ohne Zweifel die Schlafstätte eines Adeligen oder hohen Ritters, wenngleich Derfel das stolze Wappen, das im Wind wehte, nicht erkennen konnte.

Eine Bewegung auf dem Weg forderte meine Aufmerksamkeit - natürlich, ein Gwirrin. Wer sonst würde so unbekümmert diesen Weg benutzen wenn nicht diese furchtlosen Kerle. Ich folgte ihm unauffällig, um zu sehen, wie die Dorfbewohner auf die Ankunft dieses Fremdlings reagieren würden. Eine Kinderschar umkreiste den Ankömmling und es dauerte nicht lange, bis die Mutter der Kinder kam und ihm offenbar Unterkunft in einem der Wirtschaftsgebäude gewährte. Die Menschen hier erschienen mir freundlich und ich trat ebenfalls auf den Platz vor die Kinder, weithin sichtbar und die Menschen um mehr als Haupteslänge überragend. Wie jedes Mal unter den Menschen fühlte ich mich beobachtet und fremd, ein Halbelf oder eher Halbmensch - wer konnte das schon genau sagen. Nach einem kurzen Gespräch erlaubte die Frau auch mir, in ihrer Scheune zu nächtigen und ich traf dort auf den Gwirrin, der sich mir als Tjuv vorstellte und ein freundliches Wesen zu sein schien. Wenngleich seine Fragerei, woher ich denn käme und wohin ich denn wolle anstrengend war, schien es ihn nicht zu kümmern, dass ich die Scheune wortlos verließ, nachdem ich mich vorgestellt hatte.

Ich sah mich in dem kleinen Ort um und es war offensichtlich, das diese Menschen nichts wussten von der Invasion. Es gab keine bewaffneten Männer oder Frauen, keine Wachen - nur überall lautes Lachen, das weithin zu hören war. Lediglich am Zelt des Ritters standen waffenfähige und gerüstete Männer. Mehr noch, im offenen Prunkzelt konnte ich den Edelmann sehen, der diesen Tross anführte. Eine imposante Gestalt, schwer gerüstet und auf einem Waffengerüst konnte man einen schweren Kriegshammer sehen. Neben ihm stand ein Magier, in die roten Gewänder seines Ordens gekleidet und beide schienen dem Wein zuzusprechen. Sie waren ebenso unbeschwert wie die anderen Menschen und so zog ich mich zurück, fort vom lauten Treiben des Festes auf meine stille Wacht.

Es ist tiefe Nacht, die Geräusche des Festes sind verhallt und ich höre das Heulen von Wölfen, das mich fast vor Furcht erstarren lässt. Sie kommen! Ich schlage Alarm und eile zu der Familie, die mir Obdach gewährte. Tjuv wirbelt dort durch die Scheune und scheint mit den Wölfen einen Tanz aufzuführen. Er kann sie zwar nicht zurücktreiben, aber er hält diese Bestien auf. Ich festige den Griff um den Schaft meines Speers und beteilige mich an diesem tödlichen Tanz. Sie haben uns nichts entgegenzusetzen und nach wenigen gezielten Stößen mit meiner Waffe, liegen sie tot am Boden. Wir eilen zu der verängstigten Familie und ich überlege, wohin wir uns in diesem Chaos aus Blut, Schmerz und dem Geschrei der Opfer wenden können. "Zu den Zelten!" rufe ich Tjuv und der Familie zu - von dort sind Kampfgeräusche zu hören und Feuer erhellt die Nacht. Auf dem Weg dorthin schließt sich uns eine Schar Kinder an, begleitet von einer Gestalt in einem Kapuzenumhang, die selbst mich noch überragt. Meine Augen erkennen jedoch sofort die feinen Gesichtszüge eines Elfen in den Schatten seiner Kapuze ... seit wann interessieren sie sich für das Schicksal der Menschen? Es ist keine Zeit für diese Fragen, wir müssen weiter und diesem Irrsinn entkommen. Am Zelt stehen der Magier und der Krieger, umringt von toten Wölfen und mehreren leeren Krügen Wein - beeindruckend! Sie schließen sich uns nach einem kurzen Wortwechsel an und wir ziehen uns gemeinsam in den Wald zurück, da nun auch Orks auf den Ort zumarschieren, die sogar Belagerungsmaschinerie dabei haben. Auf einer sicheren Lichtung kommen wir zur Ruhe und überlegen gemeinsam, was zu tun sei.

Der Magier stellt sich als Malinoff Zunder vor, der Edelmann ist sogar ein Prinz der Menschen, Prinz Valrik. Der Elf nennt nur seinen Namen, Lafindil. Malinoff scheint vielleicht eine Antwort zu haben, auf die Frage, was eine solche Armee in diesem kleinen Ort sucht. Es soll dort das Grab eines ruhmreichen Helden der Menschen geben, der im Krieg vor 500 Jahren Heldentaten vollbracht haben soll. Er selbst ist von seinem Orden ausgeschickt, um dieses Grab zu untersuchen. Tjuv und ich beschließen daraufhin, zum Friedhof zurück zu schleichen und nach der Gruft zu suchen. Wir finden jedoch nicht nur die Gruft. Auf dem Friedhof bietet sich ein Bild des Grauens. Die Toten sind aufgestanden und wandeln herum, mehr als 100 lebendiger Leichname bevölkern den Ort. Wir kehren zu unseren Gefährten zurück und wir warten auf das Tageslicht, um gemeinsam zur Gruft zu gelangen. Nach einer kurzen Rast brechen wir auf, in einen verhüllenden Nebel des Magiers gehüllt, der uns vor den Untoten schützen soll. 

Wir erreichen tatsächlich unbemerkt den Eingang der Gruft und ich rolle den großen Stein beiseite, der den Eingang zur Grabstätte verschließt. Im Licht, das der Magier herbeiruft, betreten wir diese Stätte. Sie scheint seit Jahrhunderten nicht betreten worden zu sein, alles ist mit Staub belegt und der Gang wird gesäumt von kleinen Nischen, in denen Skelette in altertümlichen Rüstungen liegen. Unser Weg führt uns zu einem unterirdischen See, an dessen Ufer mehrere Steinstatuen stehen, die mit magischen Symbolen übersät sind. Malinoff scheint diese Symbole deuten zu können. Es sind machtvolle Schutzzauber, die den Stein beleben und diese Statuen zu mächtigen Wächtern machen. Bei dem Helden handelte es sich offenbar um einen Oberen des Ordens der weißen Magier. Die Wächter lassen uns jedoch passieren, da sie Malinoff als Angehörigen des roten Ordens zu erkennen scheinen und seine Anwesenheit nicht als Bedrohung ansehen und wir dringen tiefer ins Innere dieser Gruft vor. Nach wenigen Schritten verlassen wir die große Höhle mit dem See und betreten eine Kammer, in dessen Mitte ein großes Skelett steht, zu Lebzeiten wohl ein Elf. Seine Knochen werden vollkommen von einem Panzer geschützt, dessen Oberfläche mit wirbelnden Runen bedeckt ist, die weder Malinoff noch Lafindil lesen können. Wir nähern uns und es scheint uns ebenfalls zu ignorieren. Lafindil tut jedoch etwas seltsames: er betet! Dies erklärt, wieso er unter Menschen lebt. Sein Volk scheint ihn verstoßen zu haben, da sein Verstand benebelt ist. Nach dem Gebet passiert erwartungsgemäß nichts und ich setze meinen Weg fort, um meine Gefährten weiter zu unserem Ziel zu führen. Als ich mich nun jedoch dem gerüsteten Skelett nähere, fährt aus dem Nichts ein Blitz in diese Kreatur und ein grollendes Echo ist zu hören, als sie sich auf mich zubewegt.

Ich zertrümmere mit mehreren Hieben meiner Waffe die Rüstung dieses Untoten, doch meine Kraft scheint ihn nicht zu verletzen. Lafindil scheint nun vollends von Sinnen und segnet seinen Wasserschlauch, während Malinoff mich mit einem Zauber in eine schützende Rüstung aus Stein hüllt und meinen Speer mit seiner Magie belegt, um diesen unaufhaltbaren Gegner verletzen zu können. Der Kampf wogt hin und her und die Magie des roten Magiers scheint der Macht, die dieses Skelett belebt hat, ebenbürtig zu sein. Ein weiterer Zauber Malinoffs lässt die Rüstung des Untoten in Sekunden verrotten und meine machtvollen und gezielten Hiebe zertrümmern nun die bloßen Knochen und scheinen den Gegner endlich zu verletzen. Ich hole gerade zu einem Schlag aus, als sich die Gestalt Lafindels zwischen mich und meinen Gegner drängt und er das Wasser aus seinem Wasserschlauch über diese Kreatur gießt, dessen Rüstung hell aufleuchtet, bevor die wirbelnden Runen erlöschen. Lafindel wird vom Schwert des untoten Elfen zu Boden gestreckt und ich dringe vor, um unserem Gefährten zu helfen - er mag verrückt sein, aber tapfer. Mein Schlag schmettert den Gegner an die Wand und er sinkt zu Boden, wo ein letzter gezielter Stoß meines Speers dessen Schädel zertrümmert. In der einkehrenden Stille ist nur unser schweres Atmen zu hören und Malinoff beugt sich zu Lafindil hinunter, um dessen Verletzungen zu untersuchen.

Der Elf ist nur benommen, aber der Schlag auf den Kopf scheint ihn den Rest seines Verstandes gekostet zu haben. Er behauptet ein Priester zu sein. Priester eines Gottes, der sich schon vor Jahrhunderten von allem Leben abgewandt und uns dem Toten Lande ausgeliefert hat. 

Wir dringen weiter ins Grab vor und unser Weg führt uns in einen sternförmigen Raum, in dessen Zentrum sechs Steinsäulen stehen, auf denen - so Malinoff - die Lebensgeschichte des weißen Magiers festgehalten wurde, der im Krieg vor 500 Jahren starb. Hier finden sich noch Möbel und Regale voller Bücher, alles jedoch verfallen und im Laufe der Jahre verrottet. Es gibt nur einen Weg aus diesem Raum hinaus und wir folgen weiter dem Licht aus Malinoffs Händen einem langen Gang, der vor einer verschlossenen Steintür endet. Lafinil warnt mich vor schwarzer Magie, die dahinter gewirkt wird und ich öffne sie vorsichtig mit meinem Speer, um mich Auge in Auge mit einer schwarzgewandeten Gestalt zu sehen. Malinoff macht eine kaum merkliche Geste mit dem Daumen und Zeigefinger seiner Hand und ich sehe, wie sich der Mund des Schwarzen verschließt und schleudere meinen Speer, der jedoch nur noch ins Leere trifft, da unser Gegner verschwindet und flieht.

 Im Raum vor uns befindet sich der Sarkophag, nach dem wir gesucht haben. Bei dem Schwarzen hat es sich offenbar um einen Magier des schwarzen Ordens gehandelt, der versuchte, den Steinsarg zu öffnen. Viele der Schutzzauber sind bereits gebannt, wir sind jedoch noch rechtzeitig angekommen, so dass wir verhindern konnten, dass er das Grab plündert. Malinoff kann die verbleibenden Schutzzauber umgehen und nimmt ehrfürchtig eine einzelne Spruchrolle sowie ein Buch aus dem Sarg. Lafindil spricht ein weiteres Gebet und sinkt wieder besinnungslos zu Boden, aber selbst ich spüre, wie alle Magie dieses Ortes erlischt. Sollten seine Gebete doch etwas bewirken können? Ich trage Lafindil und gemeinsam verlassen wir diese dunkle Stätte, um in das Licht unserer untergehden Welt hinauszutreten.

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